Angesichts der aktuellen Wirtschaft, die ökologische und soziale Krisen verursacht, ist es höchste Zeit, sich ein neues System auszudenken. Die Gruppe "system change" arbeitet seit Monaten an der Formulierung von Vorschlägen für eine konkrete, ökologische und demokratische Alternative zum aktuellen Wirtschaftsmodell. Diese Arbeit hat zu einem Bericht geführt, in dem Ideen für aktuelle Alternativen detailliert beschrieben werden. Dieser Bericht ist weiter unten auf dieser Website zu finden. Wir organisieren und beteiligen uns auch an mehreren Veranstaltungen oder Kampagnen, die in die Richtung einer radikalen Neugestaltung unseres Systems gehen.

News

Eine Kolumne für den Klimastreik in der Zeitung "Le Courrier"

Die System Change Gruppe hat angefangen, eine Reihe von Artikeln in "Le Courrier" zu verfassen, die über wirtschaftliche Alternativen spricht.

Konferenzen über die Alternativen zum Kapitalismus

Die Arbeitsgruppe "System change" organisiert mehrere Konferenzen 2022 in Lausanne, zum Thema Alternativen zum Kapitalismus. Der nächste Vortrag wird am 15. Juni von Frédéric Lordon gehalten !

Aktion Schweizerische Nationalbank

Am Samstag 30. April hat die erste Volksversammlung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Zürich (Bürkliplatz) stattgefunden. Dieses Event wurde von einer Koalition von Organisation organisiert.

System Change, warum und wie genau ?

Wie ein ökologisches Wirtschaftssystem aussehen könnte (Kurze Version)

Wir haben ein Problem ; Zwar ist der Klimawandel inzwischen in aller Munde, doch es fehlt an Lösungen. “System change” ist eine Arbeitsgruppe, die Vorschläge für eine konkrete, realistische, ökologische und demokratische Alternative zu unserem jetzigen System darlegt. Hier ist eine Zusammenfassungen unserer Überlegungen und Vorschläge.

Was läuft denn falsch mit “dem System”? 

Verschiedene Wirtschaftssysteme haben verschiedene Charakteristiken und Grunddynamiken. Viele Ökonom.Innen sind der Meinung, dass das derzeitige System nur schwer kompatibel mit der Ökologie ist. In einer Welt, in der Firmen vor allem nach privaten, gewinnorientierten Interessen ausgerichtet sind, ist Rücksicht auf die Umwelt schwer umsetzbar. Um die diversen Argumente gegen “grünes Wachstum” oder “decoupling” etc. verstehen zu können, gibt es eine Menge guter Literatur, die wir euch wärmstens empfehlen (In unserem grossen Dokument findet ihr einige Quellen dazu). Wir wollen hier allerdings den Fokus auf etwas anderes legen : ein ökonomisches Modell, das tatsächlich ökologisch sein ist.

Aber es gibt nun Mal keine Alternative. Oder?

Doch. Zum Glück ist die Sowjetunion nicht das einzig vorstellbare Wirtschaftssystem, in welches wir gezwungenermassen reinrutschen, sobald wir einige Grundregeln der Wirtschaft überdenken. 

Step one

Anstatt dass reiche, gewinnorientierte Aktionäre entscheiden, wohin das Geld fliesst, müssten Bürger.Innen die Möglichkeit haben, über die grossen Entscheidungen in der Wirtschaft zu bestimmen. Wie würde das funktionieren? Die BürgerInnen könnten durch Abstimmungen entscheiden, was wir als Gesellschaft produzieren und konsumieren und wie wir die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, einsetzen, um nicht die Limiten unseres Planeten zu sprengen.  Diese Entscheidungen würden anschliessend in dezentraler Art von lokalen, nicht gewinnorientierten Banken umgesetzt werden. Unternehmen würden Geld zur Finanzierung ihrer Aktivitäten bei einer dieser lokalen Banken anfragen. Diese müssten die demokratisch festgelegten Investitionsvorgaben einhalten. Gleichzeitig würde die lokale Bank - wie aktuell auch - abwägen, ob die Firma leistungsfähig ist, bevor diese Geld bekäme.  

Konkret bedeutet das, dass die Schweiz beispielsweise alle 2-3 Jahre eine Volksabstimmung über ihren Investitionsplan durchführen würde, bei der jede.r mitbestimmen könnte, in welche Wirtschaftsbranchen wichtige Summen unseres Geldes fliessen sollen. Wollen wir lieber in grüne Energien investieren oder weiterhin finanzielle Mittel in fossile Brennstoffe pumpen? Wollen wir die lokale Lebensmittelproduktion fördern oder zulassen, dass Unternehmen Lebensmittel aus der ganzen Welt importieren? Dieser Investitionsrahmen würde anschliessend von lokalen Banken respektiert werden. Diese Banken hätten keine externen profitorientierte PrivateigentümerInnen, sondern organisierten sich wie Genossenschaften. 

Um Firmen Geld zu leihen, würden die Banken auf einen kollektiven Fond zurückgreifen, welcher mit Hilfe einer Unternehmenssteuer konstituiert würde.  Die Banken müssten sich schliesslich an  den demokratischen Entscheidungen orientieren, wenn sie ein Kredit ausschreiben. Eine Variante, um den Volksentscheid konkret zu institutionalisieren, wäre auf Zinsdifferenzen zurückzugreifen : für umweltschädliche Firmen wären die Zinsen höher als für umweltfreundliche. Dies würde es ermöglichen, Geld in die vom Kollektiv als wichtig erachteten Sektoren einfliessen zu lassen, während die übrigen gezwungenermassen ihre schädlichen Aktivitäten einstellen müssten.  Langfristig würden diese wahrscheinlich nicht die notwendigen Mittel erhalten, um zu überleben. 

In diesem neuen System wären die Privatinvestoren und die Börse zur Finanzierung von Unternehmen also nicht mehr nötig.

Auch Step one 

Jeder und jede muss wirtschaftlich “abgesichert” werden.  Wie ihr bereits erratet habt, beinhaltet die Energiewende sowohl wachsende als auch schrumpfende Sektoren. Dies wiederum bedeutet eine grosse Umverteilung vieler Arbeitskräfte. Damit die Menschen dieser radikalen Wende positiv gegenüberstehen, müssen ihre Arbeitsplätze oder ihr Einkommen gesichert sein, sonst droht uns eine soziale und wirtschaftliche Krise. 

Wie sieht diese "ökonomische Absicherung" aus ? Sie kann mehrere Formen annehmen :  

  • Den Arbeiter.Innen wird eine Beschäftigung garantiert ; wenn Unternehmen ungenügend Stellen haben, springt der Staat als Arbeitgeber ein und stellt Menschen in ökologisch und sozial relevanten Sektoren ein. Ein  Recht auf Weiterbildung könnte etabliert werden. Dies ermöglicht Arbeiter.Innen den gleichen Lohn beizubehalten,  bis sie eine neue Stellung in ökologischen Sektoren gefunden haben.
  • Allen Menschen wird monatlich ein Grundeinkommen überwiesen. Dies könnte am besten durch eine stark progressive Unternehmenssteuer finanziert werden. Eine ähnliche Möglichkeit wäre, dass ein Teil des Einkommens jede.s.r Angestellten durch ein Zusammenlegung der Einnahmen aller Unternehmen ausbezahlt wird. Dies ermöglicht Selbständigen als auch Arbeitsstellen-intensiven Firmen besser zu überleben. Menschen aus umweltschädlichen Sektoren könnten  schneller einen Job in einer anderen Firma finden, da eine Anstellung weniger finanzielle Last für ein Unternehmen bedeutet.
  • Öffentliche Strukturen werden ausgeweitet : Die Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Wohnen, Essen, Transport etc. wird allen zur Verfügung gestellt.

Diese zwei Säulen - demokratisches Investieren und ökonomische Absicherung - hängen zwangsweise zusammen und müssen gleichzeitig umgesetzt werden, wenn ein “System Change” gelingen sollte

Auch müsste sich die Mentalität ändern, damit solch ein demokratie-basiertes System ökologisch sein könnte : Wenn die Menschen nicht von der Notwendigkeit des ökologischen Handelns überzeugt sind, werden sie kaum in diesem Sinne abstimmen. Allerdings wäre eine Wirtschaft, die diese zwei Säulen respektiert, ein besserer Nährboden für ökologische Initiativen und politische Entscheide. Denn ein System, in dem Menschen direkt Entscheidungen über wichtige Investitionen treffen können und gleichzeitig wissen, dass sie, in jedem Fall wirtschaftlich abgesichert sind, scheint uns eine bessere Option zu sein, als der jetzige Kapitalismus. Es ist auch wichtig zu berücksichtigen, dass die Umweltprobleme international sind. Um den Klimawandel aufzuhalten, brauchen wir einen globalen Systemwechsel. Wir sollten daher nach Wegen suchen, die zu einer globalen Bewegung beitragen und uns international organisieren, um uns mit dem globalen Süden zu solidarisieren…
Wenn diese Vorschläge euer Interesse geweckt haben, findet ihr auf unserer Webseite eine ausführlichere Version dieser Massnahmen zum Lesen und Teilen. Wenn ihr zu unserem Think-tank beitragen möchtet, könnt ihr uns gerne schreiben. Wir freuen uns auf eure Inputs ! 

Wie ein ökologisches Wirtschaftssystem aussehen könnte (PDF Version)

Die System Change groupe hat einen Text mit detailierten möglichen Alternativen geschrieben. Wenn ihr interessiert seid und mehr wissen wollt, klickt auf den Link um das Dokument runterzuladen. Deine übersetzte Version wird auch bald verfügbar sein.

How a (truly) ecological economic system could look like - PDF 

Hier ist auch die PDF Version von dem Teil “Wie ein ökologisches Wirtschaftssystem aussehen könnte (Kurze Version)".

Wie könnte ein ökologisches Wirtschaftssystem aussehen ? - Kurze Version - PDF 

Wie könnt ihr uns kontaktieren ?

Die Gruppe System Change ist der Meinung, dass es sehr wichtig ist, Verbindungen zu anderen Gruppen und Organisationen herzustellen. Wir sind auch offen für alle Diskussionen über Alternativen. Zögert also nicht, uns zu schreiben!

Hier ist die Adresse, unter der ihr uns kontaktieren könnt:

system-change(at)climatestrike.ch

Alle Designs von der System Change Gruppe wurden von Mathilde Schibler gemacht.