Die Klima- und Energiekrise haben die gleichen Ursachen
Die Energiekrise spitzt sich immer mehr zu und wird ein immer grösseres Thema. Doch wie ist sie überhaupt entstanden? Und was hat das alles mit der Klimakrise zu tun?

Ganz grundsätzlich konnte die Energiekrise nur entstehen, weil wir so abhängig von fossilen Brennstoffen sind. Nur durch diese Abhängigkeit konnten der Importstopp von russischem Gas und die damit einhergehende Verteuerung von fossilen Energieträgern eine solche Energieknappheit verursachen. Hätten wir auf erneuerbare Energien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft umgestellt, würden die Energiepreise in der Schweiz nächstes Jahr nicht um durchschnittlich 27% ansteigen.
Gleichzeitig befeuert genau diese Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen die Klimakrise. Fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle verursachen bei ihrem Abbau und ihrer Verbrennung enorm viele Treibhausgasemissionen. Die Energiekrise und die Klimakrise haben also dieselben Ursachen.
Milliarden für Klimazerstörung
Obwohl Aktivist*innen schon seit Jahren eine Energiewende fordern, klammern sich bürgerliche Parteien und Energieunternehmen weiterhin am fossilen Status Quo fest. Der Bund schenkte beispielsweise dem Energieunternehmen Axpo, das in Italien Kraftwerke mit enorm hohem Treibhausgasausstoss betreibt, 4 Milliarden Franken, ohne jegliche Verpflichtungen zum Einhalten von Klimazielen einzubauen. Und der Bundesrat hatte die grandiose Idee, mitten in einer Energiekrise, die es nur wegen unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen gibt, fossile Infrastruktur auszubauen. Es darf nicht sein, dass in einer Zeit, in der Flüsse austrocknen, Wälder in Flammen stehen und ganze Landesteile unter Wassermassen verschwinden, ernsthaft in Erwägung gezogen wird, neue Öl- und Gaskraftwerke zu bauen!
Einmal mehr zeigt sich, dass in unserem aktuellen (Wirtschafts-)System Profit über Menschenleben gestellt wird. Denn vom Abbau fossiler Brennstoffe profitieren nur wenige grosse Konzerne. Der Profit dieser wenigen Personen wird also höher gewichtet als das Leid von Menschen vor allem im globalen Süden, die aufgrund der Folgen der Klimakrise ihr Zuhause oder sogar ihr Leben verlieren.