Die Erfüllung von Klimazielen und die Sicherung einer lebenswerten Zukunft haben im Bundeshaus einfach keine Priorität: Die Treibhausgasemissionen in der Schweiz beliefen sich im Jahr 2019 auf 46,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, rund 0,3 Millionen Tonnen weniger als 2018. Laut Bundesam für Umwelt (Bafu) wird die Schweiz nach heutiger Einschätzung ihr nationales Klimaziel für 2020 von minus 20 Prozent Treibhausgasausstoss gegenüber 1990 verfehlen. Selbst das Bafu findet, dass nun Massnahmen dringend nötig wären, dennoch bleibt es um die Institutionen seltsam still. Man übt sich weiter in Symptombekämpfung und Problemverschiebung, dazwischen erschallt gelegentlich der Ruf nach "Eigenverantwortung und Innovation". Es hätte auch "abwarten und Tee trinken" heissen können.

Wir sind schockiert darüber, dass die THG-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr nur marginal gesunken sind. Die Frage stellt sich einmal mehr: Wer, wenn nicht wir, zusammen mit all jenen, denen etwas an einer lebenswerten Zukunft liegt, bringt die Kraft auf, das Recht auf Zukunft gegen die Erbarmungslosigkeit von Profitinteressen zu verteidigen?