Als im Frühjahr 2020 ein Grossteil der Welt in den Lockdown ging, schrammte diese nur knapp an einem Finanzcrash vorbei. Nur aufgrund eines raschen Handelns der Notenbanken und durch die wieder funktionierende Wirtschaft in China konnte diese Krise abgewendet werden. Die chinesische Zero-Covid-Strategie war wohl eine wichtige Stütze für die Weltwirtschaft in den letzten zwei Jahren, weil sie weiterhin die Produktion und den Export von Gütern sicherstellte. Wegen der neuen Omikronvariante befinden sich aber nun aktuell Millionen von Menschen in China im Lockdown. Bereits jetzt entstehen Lieferengpässe am grössten Hafen der Welt, jenem in Shanghai, und in den Fabrikeni. Es droht eine Wirtschaftskrise mit potenziell globalem Ausmass. Solche Prognosen sind natürlich nur bedingt verlässlich, da gerade wenn viele vor einer Krise warnen, diese eher abgewendet werden kann.

Was hat das nun mit der Klimabewegung zu tun? Der Klimastreik erkannte vor zwei Jahren früh schon die einmalige Chance, eine grüne Wende mithilfe der Covid-Sofortmassnahmen einzuläuten. In unserem Krisen-Aktionsplan skizzierten wir wichtige Massnahmen, die dafür umgesetzt hätten werden müssen. Leider kam es anders: Wir wissen heute, dass etwa doppelt so viel Geld für fossile Projekte und Infrastruktur gesprochen wurde wie für Klimaschutzmassnahmen im Zuge der Coronapandemie.

Während die Welt noch mitten in einer Pandemie steckt, kommt womöglich schon bald zusätzlich eine globale Wirtschaftskrise dazu. Für die Klimabewegung ist es daher notwendig, sich auf eine solche Krise vorzubereiten, denn wir können uns nicht nochmals einen solchen Rückschlag wie Covid leisten, sowohl in Bezug auf unseren Aktivismus wie auch auf die direkte Reduktion der Emissionen.


Quellen

https://www.woz.ch/2212/coronapandemie-in-china/scheitert-die-zero-covid-strategie 
https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2021 
https://www.theatlantic.com/politics/archive/2021/09/adam-tooze-shutdown-2020-crash/619982/