Das Abkommen von Glasgow: 


COP27 2022:

Die Staaten haben sich verpflichtet, bis zur nächsten Klimakonferenz in einem Jahr ihre Ziele und Massnahmenpläne zu überarbeiten und zu verstärken. Das ist eine Verbesserung gegenüber dem Pariser Abkommen, nach welchem die Länder erst 2025 wieder ihr Pläne vorweisen mussten.


Kohle: 

Das Abkommen von Glasgow erwähnt als aller erster Abkommen, dass ein Ende von fossilen Energien notwendig ist. Konkret wird im Abkommen Kohle angesprochen. Die Formulierung wurde jedoch im aller letzten Moment auf Druck von Indien und China von "phase-out" zu "phasing-down" geändert. Statt einem "Auslaufen bzw. Ende" steht nun also eine "Beschränkung" als Ziel im Abkommen.

 
Loss & Damage: 

Die Länder des Globalen Nordens werden im Abkommen nicht dazu verpflichtet, Ländern des Globalen Südens finanziell zu helfen angesichts des Verlusts und der Zerstörung, welche dort die Klimakrise verursacht. Dies wird seit langem von den Länder des Globalen Südens gefordert und wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit. 


Bestätigung der 1.5-Grad-Grenze: 

Das Glasgow-Abkommen bestätigt das Pariser Abkommen und fordert noch immer eine Beschränkung der Erhitzung auf möglichst 1.5 Grad und möglichst weit unter 2 Grad. 


Emissionsmärkte: 

Es werden nun Emissionsmärkte etabliert wie im Pariser Abkommen vorgesehen. Dabei ist es zwar nicht erlaubt, Emissionsreduktionen doppelt zu zählen, doch die Zertifikate des Kyoto-Protokolls dürfen angerechnet werden. Das ist ultraproblematisch. Viele Aktivist*innen aus dem Globalen Süden warnen, dass Emissionmärkte zu mehr Ausbeutung, aber nicht weniger Emissionen führen. 

FAZIT: 

Aktivist*innen, aber auch viele Akteur*innen, welche in der Klimakonferenz verhandelten, wie zum Beispiel der Präsident der COP26 Alok Sharma, sind enttäuscht über das mangelhafte Abkommen. Es gab einige kleine Schritte, doch in diesem Tempo werden wir die 1.5-Grad-Grenze trotzdem überschreiten und das Klimagleichgewicht und damit unsere Lebensgrundlagen in Gefahr bringen.

Klimakonferenzen sind ein wichtiger Ort, um Massnahmen gegen die Klimakrise zu koordinieren. Theoretisch bieten Klimakonferenzen ausserdem Ländern des Globen Südens die Möglichkeit, sich zusammenzuschliessen und den Globalen Norden gemeinsam zu konfrontieren und zur Rechenschaft zu ziehen.

Klar ist aber auch: Es braucht eine bessere Vertretung jener Menschen, die an den Fronten der Klimakrise leben - insbesondere von indigenen Menschen. 
Ausserdem: Es reicht nicht einfach zu warten und zu hoffen, bis die Entscheidungsträger*innen an der Klimakonferenz ihrer Verantwortung gerecht werden. Als Bewegung müssen wir uns organisieren und den Wandel selbst in die Hand nehmen, bis die Entscheidungsträger*innen dieser Welt uns nicht mehr ignorieren können und sich zum Handeln gezwungen sehen. 

Werde aktiv und hilf uns dabei!