"Sie sind zurück" 

In den zwei Jahren, in denen es die Klimastreik-Bewegung in der Schweiz gibt, sind wir schon mindestens fünf bis acht Male "wiederauferstanden". Doch hier ein kleiner Denkfehler: Wir waren gar nie weg!  Projekte und Aktionen kommen nicht aus dem Nichts. Nur weil die Vorbereitung nicht sichtbar ist, heisst das nicht, dass wir uns nicht bewegen.

"Sie sind sooo radikal und extrem!"

Natürlich ist es verständlich, dass es Menschen interessiert, wie der Klimastreik sich weiterentwickelt und welche Aktionsformen wir nutzen. Doch diese Schlagzeile wird oft mehr oder weniger unabhängig von der Aktionsform oder den Forderungen eingesetzt, die Begriffe "radikal" und "extrem" gar nie definiert und weshalb wir eine Aktionsform wählen oder weshalb wir uns überhaupt gezwungen sehen etwas zu tun, findet keine Erwähnung. Manchmal scheint es fast schon, als ob die Medienschaffenden den Titel schon gesetzt hatten, bevor sie sich mit der Aktion selbst beschäftigten.

"Sie sind gespalten!"

Klar gibt es Meinungsverschiedenheiten in unserer Bewegung (wenn nicht, wäre das irgendwie bedenklich) und dass sich Menschen für diese Unterschiede interessieren, ergibt Sinn. Nur handeln die Artikel, welche lautstark verkünden, die Klimastreikbewegung spalte sich auf, fast nie vom Inhalt der Meinungsverschiedenheiten. Stattdessen geht es um Einzelpersonen, den Röstigraben oder Einteilungen in ein politisches Spektrum.  Das wird der Vielfalt unserer Bewegung einfach nicht gerecht.

"Klimajugend"

Diese Bezeichnung vermag nicht zu fassen, wie vielfältig die Bewegung ist. Ausserdem wird mit diesem Ausdruck oft versucht, uns zu verniedlichen oder dann halt als unüberlegte, naive "Krawall-Jugend" darzustellen - beides dient dazu, uns nicht ernst zu nehmen. Das Klima ist zudem keine Generationenfrage, sondern eine Frage unserer Zivilisation, Gesellschaft und aller Lebewesen. Wir sind der Klimastreik, nicht die Klimajugend.

"Unrealistisch, naiv, weltfremd, wollen zu viel"

Ist es wirklich zu viel verlangt, eine lebenswerte Zukunft zu fordern? Wenn die sogenannte Realpolitik nicht der Realität entspricht, wissenschaftliche Erkenntnisse und Menschenleben mit Füssen tritt, dann ist es die "Realpolitik", welche als unrealistisch, naiv und weltfremd beschrieben werden kann.

"Die fliegen ja selber auch und hinterlassen immer Plastik"

Hundert Unternehmen verursachen 71% der globalen Treibhausgasemissionen. Noch Fragen? Stoppt endlich das Eigenverantwortungsgelaber!